Die Definition
Implizites Wissen ist Wissen, das eine Person besitzt, aber nicht vollständig artikulieren kann. Es wird durch Erfahrung aufgebaut — durch jahrelanges Konfrontieren von Situationen, Lösen von Problemen, Treffen von Urteilen und Entwickeln von Intuitionen darüber, wie Dinge funktionieren.
Das Konzept wurde vom Philosophen Michael Polanyi in den 1950er Jahren eingeführt. Seine Formulierung bleibt die klarste: "Wir wissen mehr, als wir sagen können."
Implizites vs. explizites Wissen
Explizites Wissen ist das, was niedergeschrieben, kodifiziert und übertragen werden kann: Prozesse, Verfahren, Spezifikationen, Schulungsmaterialien.
Implizites Wissen ist das, was nicht vollständig kodifiziert werden kann: das Urteilsvermögen, das ein Ingenieur anwendet, wenn das Verfahren eine Sache sagt, aber die Erfahrung eine andere nahelegt; die Intuition, die ein Projektmanager hat, dass etwas nicht stimmt, bevor die Zahlen es widerspiegeln.
Warum implizites Wissen das eigentliche Risiko ist
Explizites Wissen ist ersetzbar. Implizites Wissen nicht. Die Mustererkennung, die ein erfahrener Ingenieur über 25 Jahre entwickelt hat, kann nicht in einem Übergabegespräch übertragen werden. Wenn jemand mit erheblicher impliziter Expertise geht, verliert die Organisation etwas, das Jahrzehnte brauchte, um aufgebaut zu werden.
askSOPia erfasst implizites Wissen aus den kontextuellen Momenten, in denen Experten ihre Überlegungen in Meetings und Gesprächen ausdrücken — nicht durch Dokumentationsaufwand.
Häufig gestellte Fragen
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